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Drucker erkennt die Patrone nicht: was Sie prüfen können und wann es ein Defekt ist

Kurz gesagt: Meldet der Drucker, dass eine Patrone fehlt oder nicht erkannt wird, liegt es meist an drei Dingen: Das Schutzband ist noch drauf, die Patrone sitzt nicht ganz im Schacht oder Chip und Kontakte sind verschmutzt. Hilft das nicht, entscheidet ein einfacher Test: Wird auch eine neue Originalpatrone abgelehnt, steckt der Fehler im Drucker, meist an der Kontaktleiste des Patronenwagens oder an deren Kabel. Dann prüft ein Partnerbetrieb das Gerät und nennt die Kosten schriftlich, bevor etwas repariert wird.

Wie der Drucker eine Patrone erkennt

Auf fast jeder Tintenpatrone und jeder Tonerkartusche sitzt ein kleiner Chip. Im Schacht drücken federnde Kontakte gegen diesen Chip, und der Drucker liest darüber Typ, Farbe und Füllstand. Erst wenn diese Verbindung steht, gibt die Steuerung den Druck frei. Bei Patronen, in denen der Druckkopf gleich mit eingebaut ist, kommen weitere Kontakte hinzu, über die der Drucker die Düsen ansteuert.

Daraus folgt, wo Fehler entstehen: am Chip selbst, an den Kontakten im Schacht, an der Leitung vom Patronenwagen zur Hauptplatine oder in der Firmware, die den Chip als unpassend einstuft. Die Meldung im Display klingt in allen Fällen ähnlich, die Ursache ist aber jeweils eine andere.

Typische Ursachen

  • Schutzband oder Folie nicht entfernt: Neue Patronen tragen ein Band über Luftloch oder Kontakten. Epson weist ausdrücklich darauf hin, nur das gelbe Band abzuziehen und alle anderen Etiketten und Siegel dranzulassen, weil sonst Tinte austreten kann.
  • Patrone nicht eingerastet: Sitzt die Patrone wenige Millimeter zu hoch, berührt der Chip die Kontakte nicht. Sie muss hörbar einrasten.
  • Chip oder Kontakte verschmutzt: Eingetrocknete Tinte, Fingerfett oder Staub reichen, um den Kontakt zu unterbrechen.
  • Falsche Patronennummer: Viele Patronen sehen gleich aus, passen aber nur in bestimmte Modelle. Vergleichen Sie die Nummer auf der Verpackung mit der Angabe in der Anleitung oder im Deckel des Druckers.
  • Fremd- oder nachgefüllte Patrone: Der Drucker liest einen Chip, den seine Firmware nicht akzeptiert. Das passiert oft direkt nach einem Firmware-Update.
  • Defekt im Drucker: verbogene Kontaktfedern, Tinte auf der Kontaktleiste, ein beschädigtes Flachbandkabel zum Wagen oder ein Fehler auf der Hauptplatine.

Schritt für Schritt prüfen

Gehen Sie die Punkte in dieser Reihenfolge durch. Oft liegt es schon an einem davon.

  • Drucker eingeschaltet lassen, bis der Patronenwagen in die Wechselposition gefahren ist. Patronen nie mit Gewalt aus einem stehenden Wagen ziehen.
  • Die betroffene Patrone herausnehmen und prüfen, ob noch ein Band oder eine Lasche daran hängt. Nur das Band entfernen, das laut Verpackung ab muss.
  • Den Chip ansehen, ohne ihn mit den Fingern zu berühren. Liegt Schmutz oder Tinte darauf, mit einem trockenen, fusselfreien Tuch abwischen. Epson empfiehlt genau das: nicht anfassen, trocken und fusselfrei reinigen.
  • In den Schacht leuchten. Sind die Kontakte dort mit Tinte verkrustet, vorsichtig mit einem trockenen, fusselfreien Tuch abwischen. Verbogene oder abgebrochene Kontaktfedern nicht zurückbiegen.
  • Alle Patronen herausnehmen und einzeln wieder einsetzen, jede bis zum Klick.
  • Zum Schluss den Drucker für einen Neustart ganz vom Strom trennen und nach einer kurzen Pause wieder einschalten. Beim Hochfahren liest die Steuerung die Chips neu ein.

Kommt die Meldung immer bei derselben Farbe, tauschen Sie probeweise mit einer anderen Patrone desselben Typs, falls vorhanden. Wandert der Fehler mit der Patrone, ist sie die Ursache. Bleibt er am Schacht, liegt es am Drucker.

Nachgefüllte und kompatible Patronen

Ist die Patrone voll und unbeschädigt und wird trotzdem abgelehnt, lohnt der Blick auf die Firmware. Hersteller können über Firmware-Updates festlegen, welche Chips der Drucker annimmt. HP nennt diese Funktion Dynamic Security: Patronen ohne HP-Sicherheitschip können danach mit einer Meldung zum Patronenproblem abgewiesen werden. Im HP-Supportforum heißt es dazu, dass die Einstellung zum Patronenschutz daran nichts ändert und ein eingespieltes Firmware-Update in der Regel nicht zurückgenommen werden kann.

Praktisch heißt das: Funktionierte die kompatible Patrone gestern noch und wird nach einem Update abgelehnt, ist der Drucker meist nicht kaputt. In der Regel hilft eine Originalpatrone oder eine kompatible Patrone mit neuerem Chip. Eine Reparatur ändert daran nichts. Wenn Sie künftig Fremdpatronen nutzen wollen, lohnt ein Blick in die Einstellungen, ob automatische Firmware-Updates aktiv sind.

Bei nachgefüllten Patronen kommt ein zweiter Punkt hinzu: Der Chip speichert oft, dass die Patrone leer war. Der Drucker meldet sie dann trotz frischer Tinte als leer oder unbekannt. Ob und wie sich das umgehen lässt, hängt vom Modell und vom Nachfüllsystem ab.

Laserdrucker: Toner wird nicht erkannt

Beim Laserdrucker ist das Prinzip gleich. Häufige Ursachen sind ein Schutzstreifen oder eine Transportsicherung, die an der neuen Kartusche noch steckt, ein Chip, der beim Einsetzen verrutscht ist, oder Tonerstaub auf den Kontakten. Bei Geräten mit getrennter Trommeleinheit muss die Kartusche zudem richtig in der Trommel einrasten, bevor beides zusammen in den Drucker geht. Erst wenn eine neue Originalkartusche ebenfalls nicht erkannt wird, liegt der Fehler im Gerät.

Wann es ein Fall für den Fachbetrieb ist

Wird eine neue Originalpatrone abgelehnt, nachdem Band, Sitz und Kontakte geprüft sind, ist die Selbsthilfe am Ende. Typische Befunde sind dann:

  • Kontaktleiste im Patronenwagen mit eingetrockneter Tinte oder Korrosion, etwa nach einer ausgelaufenen Patrone.
  • Verbogene oder abgebrochene Kontaktfedern, oft nach einem verkanteten Einsetzen.
  • Beschädigtes oder gelöstes Flachbandkabel zwischen Wagen und Hauptplatine, zum Beispiel nach einem Transport oder einem Papierstau, bei dem am Wagen gezogen wurde.
  • Ein Fehler in der Ansteuerung auf der Hauptplatine.

Bei Patronen mit eingebautem Druckkopf und bei Fehlermeldungen zum Patronenwagen helfen auch die Ratgeber zu HP Fehler 0x6100004a und Canon Fehler B200 weiter. Druckt der Drucker gar nicht und Sie sind nicht sicher, ob die Patrone schuld ist, gehen Sie die Prüfreihenfolge im Ratgeber Drucker druckt nicht durch.

So läuft die Reparatur über drucker-doktor.de

Sie beschreiben im Formular Modell, genaue Meldung im Display und was Sie schon geprüft haben, am besten auch, ob eine Originalpatrone getestet wurde. Danach erhalten Sie das Versandlabel per E-Mail und schicken das Gerät ein. Wie Sie den Drucker ohne Tintenschaden verpacken, steht unter Drucker richtig verpacken. Im Partnerbetrieb folgt die Diagnose, danach erhalten Sie einen schriftlichen Kostenvoranschlag und entscheiden. Ohne Ihre Freigabe wird nichts repariert. Ob sich das bei Ihrem Gerät lohnt, hilft der Ratgeber Drucker reparieren oder neu kaufen einzuschätzen.

Häufige Fragen

Warum erkennt mein Drucker eine neue Originalpatrone nicht?

Meist steckt noch ein Schutzband an der Patrone, sie ist nicht eingerastet oder die Kontakte im Schacht sind verschmutzt. Sind diese Punkte geprüft und wird die Patrone weiter abgelehnt, liegt der Fehler im Drucker, oft an der Kontaktleiste des Patronenwagens oder an deren Kabel.

Mein Drucker lehnt kompatible Patronen seit einem Update ab. Ist er defekt?

In der Regel nicht. Hersteller können per Firmware festlegen, welche Chips der Drucker annimmt. HP beschreibt das als Dynamic Security. Meist hilft eine Originalpatrone oder eine kompatible Patrone mit neuerem Chip, eine Reparatur nicht.

Darf ich den Chip auf der Patrone reinigen?

Ja, aber nur trocken. Epson empfiehlt, den Chip nicht mit den Fingern zu berühren und ihn mit einem trockenen, fusselfreien Tuch abzuwischen. Flüssigkeiten und Werkzeuge haben am Chip nichts verloren.

Woran erkenne ich, ob die Patrone oder der Drucker schuld ist?

Tauschen Sie probeweise mit einer anderen Patrone desselben Typs. Wandert der Fehler mit der Patrone, ist sie die Ursache. Bleibt er an derselben Position im Schacht, liegt es am Drucker.

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